Auto-entrepreneur oder SASU: Welches Statut wählen, wenn man allein startet?
Die Frage stellt sich fast jedem, der allein loslegen will. Auto-entrepreneur oder SASU? Beide ermöglichen es, legal eine selbstständige Tätigkeit auszuüben – aber dahinter verstecken sich zwei völlig unterschiedliche Realitäten. Und die Wahl, die man trifft, hat konkrete Konsequenzen : auf das Gehalt, die Steuern, den Schutz bei Krankheit, die Glaubwürdigkeit gegenüber Kunden. Nicht unbedingt die glamouröseste Entscheidung beim Start – aber eine der wichtigsten.
Perso, ich finde, dass diese Wahl oft unterschätzt wird. Man vergleicht die beiden Statuten schnell auf Basis von ein paar Zahlen, die man gegoogelt hat, und schwupps, man hat sich festgelegt. Dabei gibt es Nuancen, die wirklich einen Unterschied machen können – je nachdem ob man Dienstleistungen erbringt, physische Produkte verkauft, allein bleibt oder langfristig wachsen will. Wer sich gerade in einer neuen Stadt niederlässt – ob beruflich oder privat, wie auf https://locationappartement-nimes.com für Nîmes – weiß: die Rahmenbedingungen, in denen man sich bewegt, prägen die Entscheidungen. Das gilt für die Wohnung genauso wie für den Rechtsstatus des eigenen Unternehmens.
Was ist eigentlich der Unterschied – konkret gesprochen ?
Der Auto-entrepreneur (auf Französisch, aber das Konzept ist relevant für den internationalen Vergleich und die EU-Diskussion) ist ein vereinfachtes Statut für Einzelpersonen. Man meldet sich an, zahlt Abgaben als prozentualen Anteil am Umsatz, fertig. Keine Bilanz, keine Gesellschaft, kaum Bürokratie.
Die SASU – Société par Actions Simplifiée Unipersonnelle – ist etwas ganz anderes. Man gründet eine echte Gesellschaft, mit einem Gesellschafter (sich selbst), einer Satzung, einem Stammkapital, einem Geschäftsführer. Klingt kompliziert ? Ein bisschen schon. Aber dahinter steckt eine handfeste Logik.
Der fundamentale Unterschied : Beim Auto-entrepreneur und seinem Einkommen gibt es keine Trennung zwischen der eigenen Person und dem Unternehmen. Bei der SASU ist man Geschäftsführer einer Gesellschaft – das Unternehmen existiert rechtlich eigenständig.
Wer passt zum Auto-entrepreneur-Modell ?
Ehrlich gesagt : wer anfängt, wer testet, wer noch nicht sicher ist ob das funktioniert. Das ist kein Nachteil – das ist Realismus.
Das vereinfachte Statut ist ideal, wenn :
- der Jahresumsatz voraussichtlich unter den gesetzlichen Schwellenwerten bleibt (aktuell ca. 77.700 € für Dienstleistungen, 188.700 € für Handel in Frankreich)
- man keine Mitarbeiter einstellen will
- die Aktivität „klein“ bleibt, oder man einen Nebenberuf ausübt
- man keine großen Investitionen tätigt
Die Abgaben sind einfach zu berechnen : ein fester Prozentsatz auf den Umsatz. Kein Umsatz, keine Abgaben. Das ist psychologisch wertvoll für jemanden, der noch am Anfang steht.
Was mich persönlich überrascht hat : Viele Freiberufler (Texter, Entwickler, Berater) starten hier und bleiben jahrelang. Wenn die Tätigkeit gut läuft und die Umsatzgrenzen nicht erreicht werden, warum wechseln ?
Wann lohnt sich die SASU wirklich ?
Wenn man ernst genommen werden will – von Banken, Investoren, großen Kunden. Eine Gesellschaft signalisiert Ernsthaftigkeit. Das klingt vielleicht ein bisschen oberflächlich, aber es ist real.
Konkret ist die SASU sinnvoll, wenn :
- man plant, den Umsatz schnell zu steigern und über die Schwellenwerte zu kommen
- man Rücklagen bilden will, die im Unternehmen verbleiben
- man seinen Gehalt optimieren will (Kombination aus Gehalt + Dividenden)
- man irgendwann Mitgesellschafter aufnehmen könnte
- das Haftungsrisiko hoch ist (man verkauft Produkte, arbeitet mit physischen Objekten, trägt Verantwortung)
Die Haftungsbeschränkung ist ein echtes Argument. Als Geschäftsführer einer SASU haftet man nicht persönlich mit dem Privatvermögen für Schulden der Gesellschaft – außer bei grober Fahrlässigkeit. Das ist nicht nichts.
Die Steuerlogik : wo liegt der echte Unterschied ?
Beim vereinfachten Einzelunternehmerstatut zahlt man Abgaben auf den Bruttoumatz. Direkt. Ohne Abzüge für Betriebsausgaben. Wenn man also viele Ausgaben hat (Material, Miete, Software, Reisen), ist das Modell schnell unvorteilhaft.
Bei der SASU versteuert man den Gewinn – also Umsatz minus Ausgaben. Man kann sich einen Gehalt auszahlen (als Angestellter der eigenen Gesellschaft !), Sozialbeiträge zahlen, und den Rest entweder thesaurieren oder als Dividenden ausschütten.
Das klingt kompliziert. Und ja, es braucht einen Buchhalter. Das kostet Geld – zwischen 1.000 und 3.000 Euro pro Jahr, je nach Aktivität. Aber für jemanden, der 80.000 oder 100.000 Euro Umsatz macht, ist das eine Investition, keine Ausgabe.
Sozialschutz : ein oft unterschätzter Punkt
Beim vereinfachten Statut zahlt man Abgaben und erhält dafür einen grundlegenden Schutz : Krankenversicherung, Rentenansprüche. Aber die Rentenansprüche sind häufig schwächer als bei einem Angestellten mit gleichem Einkommen.
Als Geschäftsführer einer SASU ist man Angestellter der eigenen Gesellschaft – das ist der entscheidende Unterschied. Man zahlt volle Sozialversicherungsbeiträge (was teuer ist), aber man erhält dafür volle Ansprüche : Arbeitslosengeld, Rentenansprüche auf Angestelltenniveau, Mutterschafts- oder Vaterschaftsurlaub.
Ob das relevant ist, hängt vom Profil ab. Für junge Entwickler ohne Familie vielleicht nicht so wichtig. Für jemanden, der in drei Jahren Kinder haben will oder sich absichern möchte – schon.
Was ist mit der Umsatzsteuer ?
Kleines, aber wichtiges Detail : beim vereinfachten Einzelunternehmerstatut unter bestimmten Grenzen ist man nicht umsatzsteuerpflichtig. Man stellt keine Mehrwertsteuer in Rechnung, kann aber auch keine zurückfordern.
Für Endkunden (Privatpersonen) klingt das gut : Preise ohne MwSt. sind günstig. Für B2B-Kunden ist es jedoch oft weniger attraktiv – die können keine Vorsteuer abziehen. Und wenn man hochwertige Materialien oder Geräte kauft, verliert man selbst viel Geld.
Bei der SASU ist man grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig. Das normalisiert die Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen.
Ein konkretes Beispiel, das viel klarmacht
Stellen wir uns zwei Personen vor :
Situation A: Freelance-Texterin, 35.000 Euro Jahresumsatz, keine großen Ausgaben, arbeitet von zuhause. Sie braucht keine Investitionen, keine Mitarbeiter. Das vereinfachte Statut reicht vollkommen. Simpel, günstig, stressfrei.
Situation B: Webentwickler, 90.000 Euro Umsatz, kauft regelmäßig Software-Lizenzen, arbeitet mit einem Co-Working-Space, plant in zwei Jahren einen Kompagnon aufzunehmen. Hier macht eine Gesellschaft klar mehr Sinn – steuerlich, haftungsrechtlich, strategisch.
Zwischen diesen zwei Profilen liegt eine Welt. Und viele Menschen starten in Situation A und entwickeln sich irgendwann in Richtung B. Der Wechsel ist möglich, aber er braucht Vorbereitung.
Kann man wechseln ? Und wann ?
Ja, man kann vom vereinfachten Statut in eine Gesellschaft wechseln. Der Übergang ist möglich, aber er bedeutet : neue Anmeldung, Übertragung der Aktivität, eventuell Besteuerung stiller Reserven. Es ist kein Drama, aber auch kein Spaziergang.
Ich finde, der beste Moment dafür ist vor dem nächsten Wachstumsschritt – nicht danach. Wenn man merkt, dass man gegen die Umsatzgrenzen stößt oder Mitarbeiter braucht : dann wechseln, nicht warten bis man schon drüber ist.
Was soll man also wählen ?
Kein Statut ist per se besser. Das vereinfachte Einzelunternehmermodell ist das richtige Statut für jemanden, der startet, testet, oder eine Nebentätigkeit ausübt. Es ist leichtgewichtig, verständlich, und erlaubt es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren : die Kunden.
Die SASU ist die richtige Wahl für jemanden, der professionell wachsen will, sich absichern möchte, Steuern optimieren will, und bereit ist, etwas mehr Verwaltung in Kauf zu nehmen.
Die entscheidenden Fragen, die man sich stellen sollte :
- Wie hoch wird der Umsatz realistisch in Jahr 1 und Jahr 3 sein ?
- Hat man viele Betriebsausgaben ?
- Arbeitet man hauptsächlich mit Unternehmen (B2B) oder Privatpersonen (B2C)?
- Wie wichtig ist der Sozialschutz – Rente, Krankenversicherung ?
- Plant man irgendwann externe Partner oder Investoren ?
Wer auf diese Fragen ehrliche Antworten hat, wird die Wahl sehr viel leichter treffen. Und falls nicht – dann ist vielleicht der erste Schritt, einen Steuerberater oder Unternehmensberater für ein kurzes Erstgespräch zu konsultieren. Es lohnt sich fast immer.

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