Tutorial für illustrativen Bildbearbeitungsstil anhand von Photoshop CS4
Kritik und Anmerkungen willkommen und gern gesehen.

Tutorial – illustrative Bildbearbeitung mit Photoshop CS4

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hier also heute mal ein kleines aber hoffentlich feines Tutorial über die Art der Bearbeitung, welche wohl am meisten nachgefragt wird. Das Tutorial ist zwar in Deutsch, aber wenn sich jemand findet, der es ins Englische für den Rest der Welt übersetzen will, darf sich gerne meiner Beispielbilder bedienen und auf diesen Artikel als Quelle verweisen.

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Das Ausgangsmaterial:

ich habe das Bild in einem verlassenen Hotel nahe meiner Heimatstadt geschossen. Es war kein Blitz verfügbar, weshalb ich also mit dem arbeiten musste, was da war. Also nahm ich meine 400D und trat mutig gegen die Sonne an. Dies hat zwar nichts mit dem Tutorial zu tun, aber es erklärt die schlechte Ausgangslage.

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Tiefen anheben

im ersten Schritt dieses Tutorials heben wir erstmal die Tiefen an. Dazu kopieren wir uns die Hintergrundeben mit STRG+J und wählen als nächstes den Filter “Tiefen-Lichter” im Menü BILD -> KOREKTUREN. Damit kann man jetzt ein bissel rumspielen und das bild möglichst ausgeglichen Aufzuhellen und ggf. die Lichter auch noch ein wenig beschneiden, fals sie auf dem Bild zu sehr hervorstechen. Dies war die erste und wesentliche Bearbeitung eines solchen Bildes.

bodyshaping

Bodyshaping

Als nächstes wollen wir ausgleichen, was die Natur nicht auszugleichen im Stande war. Es ist immer eine Frage der Perspektive, ob ein Model richtig rüber kommt. In diesem Fall hier wäre es fast perfekt gewesen, wenn ich dummer Fotograf nicht gerade so schlecht die Perspektive gewählt hätte. (Ich hoffe, ich hab mich jetzt genug rausgeredet). Wie dem auch sei: Ebene Kopieren und jetzt geht es daran mit dem Filter “Verflüssigen”, den man unter FILTER findet die Hüftpartien ein wenig anzupassen. Im normalen Leben würde das gar nicht auffallen und niemand würde auf den Gedanken kommen, die Dame hier irgendwie drauf ansprechen zu wollen. Aber Bilder sind nicht das normale Leben und müssen dem Auge des Betrachters viel länger standhalten.

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Haut weich machen

Es gibt unzählige Tutorials, wie man Haut weicher machen kann. In diesem Fall hier habe ich mich für etwas ganz einfaches entschieden, da das für meinen illustrativen Bearbeitungsstil am besten passt. Also wieder eine neue Ebene und über das Menü FILTER -> RAUSCHFILTER Filter “Staub und Kratzer” auswählen. Mit diesem einfach solange rumprobieren, bis das Ergebnis möglichst einflächig aussieht. Dann eine Ebenenmaske erzeugen und mit STRG-i invertieren, und nun die Hautpartien mit einem weißen Pinsel weichmalen.

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Lichter verstärken

Leider hat unser Bild keinerlei Lichtstimmung mehr. Um dem Abhilfe zuschaffen geht es jetzt in meinem Tutorial zur illustrativen Bearbeitung darum, die Lichter manuell hinzuzufügen. Dazu Ebene kopieren, kopierte im Verrechnungsmodus “negativ Multiplizieren” überlagern lassen. Anschließend eine Ebenenmaske erzeugen und über das Menü AUSWAHL zu FARBBEREICH gehen. Es öffnet sich ein Dialog und das Pipettenwerkzeug ist aktiviert. Jetzt einfach mit der Pipette die Bildpartie wählen, welche die Lichter in der Haut enthält. Anschließend die Tolleranz so wählen, dass möglichst alle Lichtpartien gewählt wurden. Das kann jetzt ein wenig fleckig aussehen, aber dem helfen wir damit ab, dass wir auf die Ebenenmaske den “gaußschen Weichzeichner” ansetzen. (FILTER->WEICHZEICHNUNGSFILTER)

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Schatten verstärken

Wo Licht ist, muss auch Schatten sein. So sagt nicht nur die allgemeine Mundart, sonder es trägt auch zur Harmonie des Bildes bei. Also werden wir fortführend mit dem Tutorial jetzt bei den Schatten weiter machen. Dazu Ebene kopieren und in den Verrechnungsmodus “Ineineander kopieren” stellen. Anschließend eine Ebenenmaske erstellen und wieder über AUSWAHL->”Farbbereich” gehen und diesmal die Schatten des Bildes auswählen. Dann wieder mit dem “gaußschen Weichzeichner” drüber und mit dem Pinsel und schwarzer Farbe und einer geringen Deckkraft auf der Ebenenmaske dort malen, wo sich die Schatten zu stark bemerkbar machen.

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Lichtmalerei

Wir haben im Verlauf des Tutorials ja die Lichter und Schatten schon verstärkt. Um dies jetzt nochmals zu verstärken bedien ich mich hier einer Technik, die im allgemeinen als PWL (Paint with Light) beschrieben wird. Dies soll uns zartgrelle Lichtreflexe bringen und das Motiv zusätzlich plastischer wirken lassen. Als erstes erzeugen wir eine neue Ebene und füllen diese mit einem mittleren Grauwert. Anschließen stellen wir diese Ebene in den Verrechnungsmodus “strahlendes Licht” um dann mit einem weichen weissen und schwarzen Pinsel (25% Fluss und 6-15 % Deckkraft) Lichter und Schatten einzumalen. Da diese Ebene das gesamte Bild heller macht, kann man mit einer Ebenenmaske korregieren. Ich habe darauf verzichtet.

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Nachbelichtung und Kontrastverstärkung

Um das bild partiell noch Kontrastreicher zu gestallten habe ich nun die gesammten Ebenen zu einer zusammengefast und als neue Ebene eingefügt (STRG+ALT+SHIFT+E) und in den Verrechnungsmodus “farbig Nachbelichten” gestellt. Die Deckkraft reduzieren und mit einer Ebenenmaske störende Verdunkelungen ausradieren. Anschließend bei gedrückter ALT-Taste eine Einstellungsebene “Schwarzweiss” erzeugen und den Hacken setzen, damit sich diese Ebene nur auf die darunterliegende auswirkt. Damit passen wir die Farben an.

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Aufhellung und Schärfung

Jetzt kommt ein Punkt in meinem Tutorial, der mir echt Kopfschmerzen gemacht hat. Das Bild sollte schärfer werden, war allerdings so verrauscht, dass ich das Rauschen mitverstärkt hätte. Ich hab mich dazu entschlossen, es trotzdem zu tun. Dazu wieder ganzes bild als neue Ebene einfügen und den Filter “Unscharf maskieren” auswählen. Deckkraft auf maximum und Pixel auf 0,7-1,1 und schon hat man ein scharfes Bild. Wo die Schärfe ausreizt und wo die Störungen zu doll sind, einfach mit einer Ebenenmaske langsam wegzeichnen. Anschliessend wieder alle Ebenen als neue Ebene einfügen und auf “weiches Licht” stellen. Jetzt den Filter HOCHPASS auswählen und einen Radius wählen, der die Konturen verstärkt. Ebenenmaske erzeugen und Hologramme herausradieren.

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Lichtstimmung

Als vorletzten Punkt im Tutorial zur illustrativen Bildbearbeitung habe ich mich nun entschlossen, die Lichtstimmung noch etwas zu verändern. Dazu einfach die gesammte Ebene als neue Ebene einfügen und mit den Verrechnungsmodi und Ebenenmasken probieren. Hier gibt es kein generelles Rezept und es liegt am eigenen Auge, was gefällt oder was nicht. Einfach solange probieren, bis das eigene Auge zufrieden ist.

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Finishing – Haut weich – Entrauschung

Da das Ausgangsmaterial für dieses Tutorial doch recht schlecht war, hab ich mich entschlossen, eine Entrauschung über den Filter “Rauschen reduzieren” anzuwenden. Dann nochmals die Haut weich gezeichnet über den Filter “Feld weichzeichnen” in Verbindung mit Ebenenmaskenarbeit und hier und da mit dem Stempel unliebsame Details retouchiert. Am Ende noch ein Logo drauf und fertig ist das Bild.

Generelles zum Workflow

Was ich abschließend noch als gut gemeinten Tipp geben kann, ist dass man sein Bild durchaus kritisch von anderen beurteilen lassen sollte. Mehrere Augen sehen einfach mehr. Somit findest du die richtige Mitte, wo ein Bild wirklich ein “Gut” bekommt. Ich möchte dazu einigen Kommentarschreibern aus der Fotocommunity danken.