HDR-Fotografie – Menschen – Bildbearbeitung – Phtotoshop – Tutorial

In diesem Artikel soll es darum gehen, wie man mittels einer Belichtungsreihe in der Menschenfotografie Vorlagen für eine intensive Bildbearbeitung bekommt. Im zweiten Teil erkläre ich noch, wie ich die entstandenen Bilder in Photoshop zusammensetze und die restlichen Schritte meiner Bildbearbeitung.

HDR in der Menschenfotografie – Teil 1

Beispiel HDR-Fotografie mit Personen

Dass sich HDR-Fotografie immer größerer Beliebtheit erfreut, kann man in diversen Fotocommunities beobachten. Im allgemeinen wird die HDR-Technik allerdings nur in der Produkt, Landschaft oder Architekturfotografie eingesetzt. Doch auch in der Menschenfotografie, kann HDR eine gute Basis sein, um bei widrigen Lichtverhältnissen dennoch gute und ausgeglichen belichtete Vorlagen für seine Bildbearbeitung zu erhalten oder mystische Lichteinfälle auf den Chip seiner Digitalkamera zu bannen. Und das schöne ist: Dies alles ohne großspurige Fotoausrüstung geht. Das einzige, was du dafür brauchst, ist deine Kamera und ein Stativ.

HDR – die Theorie

Wie bei der sonstigen HDR-Fotografie, so geht es auch in diesem Artikel um das Aufnehmen einer Belichtungsreihe und anschließender Zusammenführung der Einzelbilder in der Bildbearbeitung um eine gut ausgeleuchtete Basis für das weitere Postprocessing zu bekommen. Besitzer einer Canon-Kamera, können sich da glücklich schätzen, denn dank des AEB-Modus, welcher in den Kameraeinstellungen zu finden ist, ist es möglich automatisch eine Belichtungsreihe von 3 Bilder mit einer Spreizung von -2 bis +2 zu fotografieren. Dies kann entweder mit festen Belichtungswerten in den Modi TV (Zeitprioritätsmodus) oder M (manueller Modus) geschehen. Wenn man dann noch die Auslösefunktion auf Einzelbild auf Reihenaufnahme stellt, so werden exakt drei Aufnahmen mit der gewünschten Spreizung gemacht, sobald man den Auslöser gedrückt hält. Wer eine Fernbedienung sein Eigen nennt, dem empfehle ich, diese jetzt auch zu benutzen, denn dann braucht ihr nur einmal auslösen und die Belichtungsreihe wird automatisch erstellt.

Für die Besitzer von Nikon-Kameras, kann ich leider hier nichts schreiben. Sollte sich jemand angesprochen fühlen, werde ich diesen Artikel gerne um einen Beitrag für die Nikon-Freunde unter uns erweitern, aber mir selber fehlen einfach diesbezüglich die Erfahrungswerte.

High Dynamic Range in der Menschenfotografie – Praxis

Soviel jetzt zu der Theorie. Kommen wir also nun zur Praxis der High Dynamic Range-Fotografie mit Personen. Das erste, was man wissen sollte, ist dass man bei Personen nicht ewig Zeit hat um seine Belichtungsreihe zu machen. Gebäude und Landschaften halten im Allgemeinen längere Zeit still. Menschen und Personen können dies nicht. Sie bewegen sich immer ein wenig. Die Eigenbewegung des Fotografen schließen wir bereits durch die Verwendung eines Stativ aus. Die Eigenbewegung unserer Modelle müssen wir irgendwie durch bequeme Posen im Zusammenspiel mit einer nicht allzu langen Belichtungszeit kompensieren. Ich gehe maximal auf eine Belichtungszeit von 1/30 für die +-0 Belichtung. Wenn das nicht ausreicht, dann wird die Blende mehr geöffnet oder aber der ISO-Wert hochgestellt. Für die Verwendung der Kamera auf Stativ empfielt sich auch eine Fernbedienung zum Auslösen, da ich dadurch sicher gehen kann, dass die Kamera nach dem Auslösen nicht „nachzittert“.

Zur Praxis ist sonst nicht viel zu sagen, ausser dass man lieber eine Bilderreihe mehr machen sollte, als wenn man fixe Gegenstände fotografiert. Schnell hat ein Model mal geblinzelt oder eine Muskelzuckung verschwämmt das Ergebnis beim Zusammenführen der Bilder im anschließenden Postprocessing.

Arbeiten mit den Modellen bei einem HDR-Fotoshooting

Da wir je nach Lichtverhältnissen teilweise mit doch recht langen Belichtungszeiten arbeiten und ja die Einzelbilder unserer Belichtungsreihe so gut wie möglich Deckungsgleich sein müssen, damit später keine Schlieren oder Verwackelungen das Endergebnis unscharf machen, hier noch ein Tipp, wie man dabei mit den Modellen umgeht.

Das ganze läuft bei mir wie das Kinderspiel „Die Reise nach Jerusalem“. Da ich selten direkt Posen stelle, sondern lieber natürliche Posen habe, welche die Personen, die ich fotografiere auch charakterisieren, lasse ich meine Modelle vor der Kamera einfach laufen. Das heisst, dass sie sich frei bewegen dürfen. Allerdings nur solange, bis ich STOPP sage. Dann müssen sie verharren, bis die dritte Auslösung für meine HDR-Belichtungsreihe durch ist. Dann geht es weiter. Anfangs tun sich die Personen vor meiner Kamera noch etwas schwer, doch je länger man es tut, umso mehr Spaß macht es und man spielt sich aufeinander ein. Je nach Belieben, kann man nun auch noch einen Pfand aussetzen, für denjenigen vor der Kamera, der sich bewegt hat und so ist dann der Kaffee nach dem Shooting auch gleich bezahlt. :-)

Ausblick:
Im nächsten Teil werde ich erklären, wie man die einzelnen Bilder in Photoshop zusammensetzt und wie die restlichen Schritte der Bildbearbeiung aussehen, damit man zu einem Ergebnis kommt, wie das Bild im Teaser dieses Beitrages.